Mais/Stangenbohnen-Mischanbau

Mais in Kombination mit der Stangenbohne (Phaseolus vulgaris L.)

Der Anbau von Mais mit Stangenbohnen ist eine interessante Alternative zum reinen Maisanbau, in der die Vorteile des Anbaus der Bohne als Vertreterin der Hülsenfrüchte in Kombination mit einer hohen Ertragserwartung des Maises genutzt werden soll. Wir beschäftigen uns schon seit einigen Jahren mit diesem Anbausystem und haben dieses Jahr zu Forschungszwecken insgesamt 3 ha angebaut.

Hülsenfrüchte zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie in der Lage sind, atmosphärischen Stickstoff als Nährstoff zu nutzen und eine positive Wirkung auf den Zustand des Bodens auszuüben. Außerdem besitzen sie einen relativ hohen Proteingehalt, welcher in der Tierfütterung von Vorteil ist. Im besten Fall kann dadurch ein Teil der Sojaimporte aus Südamerika, welche zum größten Teil den Eiweißbedarf unserer Nutztiere decken, eingespart werden. Untersucht wird momentan zudem, ob ein positver ökologischer Effekt auf die Insektendiversität sowie -quantität zu beobachten ist. Ein Indiz hierfür ist eine relativ lange Blütezeit der Bohnen, welche auch deutlich später einsetzt, als beim Mais. Dadurch haben Insekten potenziell mehr Nahrung zur Verfügung.

In weiten Teilen Südamerikas, die Heimat sowohl von Mais als auch Bohnen, ist der Mischanbau beider Kulturarten schon seit Jahrtausenden Tradition und wird bis zum heutigen Tage praktiziert. Besondere Bekanntheit erlangte es als Teil des Agro-kulturellen Systems der Milpa. In Deutschland steckt der Anbau noch in den Kinderschuhen, erfreut sich aber zunehmender Beliebtheit und wird parallel dazu intensiv durch Forschungsvorhaben begleitet. 

Das Anbauverfahren beim Mais/Stangenbohne-Mischanbau unterscheidet sich prinzipiell kaum von dem des reinen Maises. Im Korntank der Sämaschine werden Mais und Bohnen zunächst möglichst gleichmäßig gemischt und dann in konventioneller Art gesät. Idealerweise wechseln sich dann in einer Reihe Mais und Bohnen alternierend ab, jedoch kann in Kauf genommen werden, dass auch mal zwei oder drei Bohnen- bzw. Maispflanzen hintereinander stehen.

Die Ernte erfolgt mit einem konventionellem Maishäcksler, wodurch aus dem Erntegut in gewohnter Weise eine Silage produziert werden kann. Zu beachten ist nur, dass der Trockensubstanzgehalt des Ernteguts aufgrund der Bohnen höher ist, als beim reinen Mais.

  

Möchten Sie mehr über dieses interessante Mischanbausystem erfahren?

Dann kontaktieren Sie gerne Herrn Dr. Mathias Starke unter starke@agrar-gbr-naundoerfel.de